11. Dezember 2018

Eine feine Geschichte: Wie Hasenkari zu seinem Weihnachtsfest kam

Postbusfahrer Hans Bär nimmt seit einem Herbsttag bei strömendem Regen den alten, armen Hasenkari immer mitten auf der Strecke und gratis in seinem Bus mit ins Dorf. Keinen stört es und sein Gewissen ob dieser "Untat" plagt ihn nur am Anfang.

Er wohnt oben im Dort beim Pfarrer in einem kleinen Zimmer. Seine einzige Gesellschaft sind ein paar Hasen, die er aber unten im Dorf in einer Baubaracke hält. Und die halbe Stunde hinunterlaufen geht ja noch, aber hinauf ...?

Alles im Bus, die regelmäßig mitfuhren kann Hasenkari inzwischen - nur einer war ihm unheimlich: ein Junger, immer schwarz gekleidet, lange, bunt gefärbte Haare.

"Morgen kannst du nicht mitfahren", sagte der Busfahrer eines Tages zu ihm. "Morgen ist Weihnachten und da fährt kein Bus. Was machst du denn morgen, Kari?"

Kari schwieg, er wollte nicht sagen, dass es mit seinen Hasen feiere und alleine blieb.

So saß er an Weihnachten bei seinen Kaninchen und wollte schon eine Kerze in der Baracke anzünden, da hörte er ein Geräusch - bekannt und doch völlig unerwartet: der Postbus! Es fuhr doch heute kein Bus und schon gar nicht an seiner Baracke vorbei, der lag nicht an der Strecke!

Die Tür ging zischend auf und Hasenkari erkannt Hans Bär zuerst gar nicht, weil er keine Uniform sondern einen Anzug trug. "Komm mit, wir fahren ins Dorf hinauf. Im Bus saßen schon der Pfarrer, Schulkinder und der Lehrer und andere Fahrgäste. Munter singend ging es bis zum einzigen Restaurant auf dem Hasenberg, dort feierte das ganze Dorf heute zusammen Weihnachten.

Die Kinder führten ein Krippenspiel auf, der Chor sang und der Pfarrer sprache ein paar besinnliche Worte.. Nach dem feierlichen Teil gab es Beinschinken, Salzkartoffeln und gedörrte Bohnen und Kari dachte, dass er seit seiner Kindheit nicht mehr so etwas Feines gegessen hatte.

Anschließend verteilten die Kinder kleine Geschenke. Kari bekam einen großen Karton. "Nicht kippen!", sagten die Kinder.

Vorsichtig öffnete Kari den Karton und begann zu lachen, erst leise, dann immer lauter. Noch nie hatte man Kari lachen gehört!

Ein weißes Kaninchen! "Ich werde dich Peter nennen, so wie unseren Herrn Pfarrer.", sagte Kari fröhlich. Überhaupt war er an diesem Abend so froh, so viel hatte man Kari noch nie reden gehört. Als der junge Mann mit den schwarzen Klamotten dann nach seiner Gitarre griff und wunderbar zu singen begann, war Kari sehr fasziniert und hörte still zu. Für ihn gab es keinen Zweifel: Wer so schöne Lieder sang, der muss ein guter Mensch sein. Und so stand Kari auf, ging durch den Saal zu dem jungen Mann, der von der Dorfjugend umringt was und sagte ihm:"Ein schönes Lied hast du gesungen." Und es war ihm, als seien die bunten Haare gar nicht mehr so schlimm.

Der Busfahrer und der Pfarrer schauten sich an und wollten gerade etwas sagen, als Kari an ihren Tisch kam und meinte: "Ein schönes Weihnachtsfest, ich bin glücklich, dass ihr auch mich eingeladen habt. Oder nicht, Peter?" Der Pfarrer wollte schon die Frage bejahen, als er merkte, dass Kari mit seinem kleinen Hasen sprach...