06. Dezember 2018

Lieber guter Nikolaus

Altbekannt und doch wieder ganz spannend erzählt hörten wir die Geschichte von Nikolaus, der schon Gutes tat, ehe er Bischof wurde, aber erst durch das "Getreidewunder" während seiner Zeit als Bischof zu Berühmtheit gelangt und später heilig gesprochen.

... und dann kam er tatsächlich... und brachte für kleine und große Kinder etwas in seinem Sack!

Anschließend konnten wir noch einen echten Poetry-Slam auf den Nikolaus hören von unserer Vikarin Frau Lara Flämig:

 

Der Nikolaus – ey, was für nen Namen,
der war voll fett Bischof vor 18hundert Jahren.
Legenden sagen, er war echt korrekt,
wo´s Hilfe und Geld braucht, hat er gecheckt.
Zum Beispiel waren da drei junge Frauen,
die hatten halt echt mal gar nichts zum kauen.
Auch nen Mann heiraten war keine Option,
denn wer nimmt ne Frau ohne Geld denn schon?
Fürn Vater wars übelst die verzweifelte Situation,
einzige Möglichkeit aus seiner Sicht: die Prostitution.
Der Nikolaus überlegte sich ne clevre Sache,
dass der Vater die Frauen nicht zu Prostituierten mache.
Nachts schlich er ums Haus und warf heimlich im Hocken,
durch den Kamin in die dort von den Mädels aufgehängten
Socken,
viel Geld.
Die Mädchen, gerettet vor Prostitution und Bordell,
konnten darauhin heiraten schnell.
Voll happy waren also alle nach dieser Nacht,
in der Nikolaus das Geld in die Socken gebracht.
Die Leute erzählten´s von Haus zu Haus,
ja machten zum Heiligen den guten Nik´laus.
Aus der krassen Story entstand aber auch nebenbei,
das Ganze mit Schuhe rausstellen und der Schenkerei.
Am 6. Dezember, so wird den Kindern erzählt,
hat Nikolaus den Weg des heimlichen Schenkens gewählt:
Er hat Socken und Stiefel befüllt in der Nacht,
und dadurch den Kindern Freude gebracht.
Der Luther, ihr wisst schon, der mit den 95 Thesen,
der revolutionierte das katholische Heiligenwesen.
Der war nicht so begeistert vom Heiligen Nikolaus,
der auch noch Geschenke bringt ins adventliche Haus.
Im Vordergrund – so hörte man Luther sagen -
Solle das Christuskind stehen in den Weihnachtstagen.
Das bringe die eigentlich feinen Geschenke,
ja, dass nichts davon irgendwie ablenke.
Ich frag mich, was soll ich dann noch mit dem Niklaus, dem
Guten,
ne Lehre daraus kann ich nur vermuten:
vielleicht kann er mir ein Vorbild sein,
Hilfe zu schaffen, auch unerwartet und klein.
Morgen vielleicht nem Fremden ein Lächeln schenken,
oder mit einer Message an einen lieben Menschen denken.
Unbemerkt die Spülmaschine ausräumen,
und mal sich nicht ärgernd vor den Eltern aufäumen.
Den Nachbarn einfach mal zu nem Punsch rüberbittn,
oder der Mutter endlich mal die zerbroch´ne Vase kitten.
Der alten Frau die Einkäufe tragen,
und dabei nicht ständig über Hektik und Stress klagen.
Das wär doch, was Nikolaus am Herzen lag –
Warum nicht mal sowas tun an diesem Tag?


Lara Flämig, zum 6.12.2018