21. Dezember 2015

Unerkannt

Der russische Zar liebte es, inkognito zu reisen.

So ging er eines Tages als armer alter Mann verkleidet durch ein Dorf und bat an den verschiedenen Häusern um Essen und Unterkunft.

Doch überall wurde er abgewiesen, selbst beim Bürgermeister.

Nur am letzten Haus der Straße, in dem die arme Köhlerfamilie lebte, wurde ihm beides gerne gewährt, obwohl die Familie selbst nicht viel hatte.

In der Nacht wurde dort ein Sohn geboren und der Zar (unerkannt!) wurde gebeten, doch Pate zu stehen für das Kind. Er tat es gerne.

Und reiste weiter.

Als er zwei Jahre später wieder in jenes Dorf kam, diesmal in all seiner Pracht, erwarteten die reichen Bürger der Stadt, zu allererst natürlich, der Bürgermeister, dass er bei ihnen einkehren würde.

Aber der Zar fuhr an allen reichen Häusern vorbei und hielt zuletzt vor dem Köhlerhaus. Er beschenkte die Familie reich.

 

Dazu der Gedanke, dass auch Jesus nicht von vielen erkannt wurde als der Sohn Gottes: Nur von Simeon und Hanna wird namentlich in der Bibel berichtet, dass sie in ihm den Sohn Gottes erkannt haben.

Würden wir in einem Baby heute den Sohn Gottes vermuten? Würden unsere Augen ihn erkennen?