Fellbacher Adventskalender

02. Dezember 2019

Die Geschichte von Candy Cane

An einem trüben Novemberabend zog eine Frau in die Stadt. Sie hielt vor einem verlassenen Laden. Die Fremde zog einen Schlüssel aus der Tasche, öffnete, lächelte und sagte leise zu sich: “Das ist er also. Genauso hatte ich ihn mir vorgestellt.” Den ganzen grauen und regnerischen November hindurch arbeitete sie. Auch die darauffolgenden Tage hörten die Stadtbewohner sie hämmern und sägen.

Eines Tages hielt es einen Jungen nicht mehr aus. Der Schnee fiel leise vom Himmel als er an die Tür der Fremden klopfte. “Hallo!”, sagte er. “Ich bin Lukas. Brauchen Sie Hilfe?” “Ja, komm rein”, antwortete die Frau freundlich. Voller Freude half er mit, die Süßigkeiten in die Regale zu stellen.Auch viele verschiedene Gläser packte er aus, um darin die Süßigkeiten zu verstauen.

Doch dann, im allerletzten Paket gab es etwas, was Lukas zuvor noch nie gesehen hatte. Es war eine rot-weiß gestreifte Zuckerstange mit einer Krümmung am Ende. “Was ist das?”, fragte er. “Das ist Candy Cane, eine ganz besondere Weihnachtsüberraschung”, antwortete die Frau. “Warum?”, fragte Lukas zurück. “Schau es dir genau an und dann sage mir an welchen Buchstaben es dich erinnert.” Lukas nahm die Zuckerstange in die Hand und drehte sie hin und her. “Jetzt weiß ich´s. Das ist ein J!” “Ja.” Die Frau lächelte. “J, wie Jesus, der an Weihnachten geboren wurde. Jetzt dreh sie um. An was erinnert sie dich jetzt?” Nachdenklich antwortete Lukas: “Das sieht aus wie ein Hirtenstab.” “Und wer waren die Ersten, die von der Geburt Jesu erfuhren?”, fragte sie. “Die Hirten auf dem Feld, die ihre Schafe hüteten.” “Richtig! Es könnte aber genau so gut den Stab des “Guten Hirten” darstellen mit dem er bis in die Tiefen unserer Welt und Herzen gelangt, um uns wie das gestrauchelte Lamm zu retten, das, wie alle Schafe, verloren ging.”

“Und wofür sind die Streifen?” Die Augen der Ladeninhaberin verdunkelten sich. Der Prophet Jesaja sagt: “Durch seine Wunden sind wir geheilt”. Bevor Jesus gekreuzigt wurde, wurde er so geschlagen, dass er blutete. Die roten Streifen sollen uns an sein Leiden für uns erinnern. Aber wie du siehst, ist die Zuckerstange auch weiß. Wenn wir Jesus unser Leben geben, dann wäscht sein Blut unsere Sünde weiß und rein wie Schnee. Das ist die Geschichte von Candy Cane.”

“Ist das ein Geheimnis?”, fragte Lukas leise. Die Zuckerbäckerin sah ihn einen Moment lang an, bevor sie antwortete: “Es ist eine Geschichte, die erzählt werden muss! Willst du mir dabei helfen?”

Jeden Morgen zogen nun die Frau und Lukas los und packten ihre Taschen voll Zuckerstöckchen. Jeder sollte diese Geschichte erfahren. Sie gingen zu jedem Haus in der Stadt. Sie reisten zu jeder Farm im Umkreis. Sie klopften an jede Tür. Und alle, die ihre Türe öffneten, hörten die Geschichte von Candy Cane und wurden von Weihnachten neu berührt. Aber sie erlebten und erfuhren noch viel mehr. Etwas viel Größeres! Etwas viel Besseres. Sie hörten von dem Wunder der Geburt Jesu, seinem Sterben und seiner Auferstehung. Das Baby in der Krippe wurde für sie zum persönlichen Freund, der für sie gelitten hatte, um sie mit Gott zu vereinen und ihnen das Licht seiner Liebe, seines Friedens und seiner Freude zu schenken.